Fakultät für Maschinenbau und Sicherheitstechnik

Aktuelle Promotionsvorhaben

Aktuell promovieren im Fachgebiet Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit die folgenden Mitarbeiter:innen und externen Doktorand:innen:

Das Promotionsvorhaben untersucht, wie zentrale Aspekte der Resilienz im Bevölkerungsschutz systematisch messbar gemacht werden können, um die Wirksamkeit von Maßnahmen besser zu beurteilen und zu optimieren. Im Mittelpunkt stehen die Analyse bestehender Resilienzkonzepte, deren betriebspraktische Relevanz und die Entwicklung eines integrativen, indikatorengestützten Modells, das sowohl organisatorische als auch gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt.

Durch qualitative Erhebungen, eine theoretische Modellfusion sowie eine anschließende praktische Validierung soll ein methodisch fundiertes Bewertungsinstrument entstehen, das zur Verbesserung von Planung, Vorbereitung und Fähigkeit der Resilienz beiträgt.

Kontakt: mbodur[at]uni-wuppertal.de

In größeren Schadenlagen installieren die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) Koordinierungsgremien, sogenannte Stäbe. Aufgrund des seltenen Einsatzes von Stäben und deren fehlende tägliche Einbindung müssen die Verfahren, Abläufe und Methoden geübt werden. Übungen werden darüber hinaus auch zur Leistungsmessung eingesetzt. 

Die Bewertung der Leistung von Stäben ist mehrheitlich von Beobachtungen geprägt. Hier treten Risiken zu Tage, die durch die Subjektivität der Beobachter entstehen. Für eine möglichst große Objektivität und damit Vergleichbarkeit reduziert sich damit die Bewertung von Stabsarbeit aber auf die Prozesse, die letztendlich zur Entscheidung führen. Die Messung von Ergebnisqualität kann in Übungen nur sehr schwer erfolgen, da die Auswirkungen auf das fiktive Szenario ebenfalls fiktiv sind. Eine Reduzierung auf den ‚Produktionsprozess‘ innerhalb von Stäben kann die Anwendung von Methoden aus produktionsorientierten Forschungsbereichen, wie z.B. der Produktionstheorie oder dem Qualitätsmanagement ermöglichen. 

Das Dissertationsvorhaben untersucht daher die Möglichkeiten, Key-Performance-Indikatoren (KPI) für die Auswertungen von Führungsstabsübungen in der nicht-polizeilichen Gefahren heranzuziehen. Hierzu werden mögliche relevante KPI identifiziert, in Übungen validiert und Erfassungsmethodiken entwickelt.

Kontakt: patrick.drews[at]uni-wuppertal.de

In Hochrisikolagen zeigt sich die Qualität von Führung oftmals dort, wo Informationen unvollständig, Zeitfenster eng und Folgen schwer abschätzbar sind. Solche Lagen werden selten durch eine Organisation allein bewältigt; vielmehr führen sie Behörden, Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und militärische Unterstützungsstrukturen in gemeinsamen Entscheidungsräumen zusammen. Genau an dieser Schnittstelle setzt das Promotionsvorhaben an: Es untersucht, wie Führungsentscheidungen in zivil-militärischen Krisenstäben zustande kommen und unter welchen Bedingungen sie als leistungsfähig, angemessen und wirksam bewertet werden können.

Dabei treffen zivile und militärische Akteure mit unterschiedlichen Organisationskulturen, Zuständigkeiten, Führungsverständnissen und Kommunikationsroutinen aufeinander. Unter Unsicherheit können diese Unterschiede Entscheidungsprozesse prägen – etwa durch abweichende Risikowahrnehmungen, unterschiedliche Prioritäten, Rollenverständnisse oder den Umgang mit technischen Unterstützungssystemen. Das Vorhaben fragt daher, welche individuellen, organisationalen und technologischen Faktoren die Performanz zivil-militärischer Führungsentscheidungen beeinflussen.

Theoretisch verbindet die Arbeit Ansätze der Entscheidungs- und Führungsforschung, der Entscheidungspsychologie sowie der interorganisationalen Zusammenarbeit. Einen zentralen Ausgangspunkt bilden risikobezogene Entscheidungslogiken unter Unsicherheit, insbesondere die Prospect Theory, die durch weitere Perspektiven zu Entscheidungsverhalten unter Zeitdruck, Lageverständnis, organisationaler Zusammenarbeit und Ambiguität ergänzt wird. Methodisch ist ein Mixed-Methods-Ansatz vorgesehen, der qualitative Erhebung mit einer anschließenden quantitativen, szenariobasierten Analyse verbindet. Die Arbeit soll damit einen Beitrag zur Krisenstabsforschung leisten, indem sie Entscheidungsperformanz theoretisch präzisiert, empirisch zugänglich macht und die bislang weniger systematisch untersuchte zivil-militärische Dimension solcher interorganisationaler Entscheidungsräume einordnet.

Das Promotionsvorhaben gliedert sich inhaltlich in die Forschungsgruppe „Räumliche Kontexte von Risiko und Sicherheit“ ein. Mein persönliches Forschungsinteresse liegt dabei auf der Entstehung raumbezogener Unsicherheitsgefühle unter Berücksichtigung des Faktors Geschlecht. In meinem Dissertationsvorhaben lege ich den Fokus meiner Forschung auf die Unsicherheitsgefühle von Frauen im öffentlichen Raum. Zahlreiche präventive Maßnahmen adressieren die wahrgenommene Unsicherheit und werben mit der Reduktion dieser. Zentral sind hierbei – neben strukturellen (Angstraumbeseitigung) und klassischen (Frauentaxis) Maßnahmen – auch technische Lösungen zum Schutz der Frau und zur Reduktion von wahrgenommener Unsicherheit.

Aus diesem Grund widme ich mich nicht nur der Entstehung von geschlechtsspezifischer Unsicherheit im öffentlichen Raum, sondern auch der Rolle präventiver Maßnahmen in diesem Kontext. Ausgehend von Maßnahmen, die eine Art technischer Sozialkontrolle bieten, untersuche ich im Rahmen eines explorativen Untersuchungsdesigns mittels Gruppendiskussionen mit Nutzer:innen und Interviews mit Expert:innen die Auswirkung der Nutzung auf das wahrgenommene Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum und setze mich kritisch mit der Akzeptanz sowie Aspekten nicht-intendierter Handlungsfolgen im Zuge der Nutzung auseinander.

Kontakt: kretschmer[at]uni-wuppertal.de

Das Promotionsvorhaben untersucht, wie Nachbereitungsprozesse in der interorganisationalen Sicherheitsorganisation von Großveranstaltungen gestaltet werden müssen, um zu nachhaltigem organisationalem Lernen beizutragen. Während Planung und Durchführung von Veranstaltungssicherheit heute stark formalisiert sind, bleibt die systematische Aufarbeitung von Veranstaltungsdurchführungen mancherorts ein wenig strukturiertes Randphänomen.

Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, welche menschlichen, technischen und organisationalen Faktoren die Ausgestaltung und Wirksamkeit solcher Nachbereitungsprozesse beeinflussen und wie sich Barrieren zwischen den beteiligten Organisationen wie den Genehmigungsbehörden, der Polizei, Feuerwehr, oder privaten Sicherheitsdiensten überwinden lassen. Theoretisch stützt sich das Vorhaben auf Ansätze der High Reliability Organizations, des Resilience Engineering sowie das MTO-Modell (Mensch, Technik, Organisation) als integrierendes Analyseraster.

Methodisch verfolgt die Arbeit ein mehrstufiges Mixed-Methods-Design: Eine quantitative Erhebung untersucht zunächst, welche prozessualen Faktoren den wahrgenommenen Wert von Nachbereitung für die beteiligten Akteure erklären. Darauf aufbauend folgt eine dokumenten- und interviewgestützte qualitative Analyse interorganisationaler Aushandlungsprozesse; abschließend werden entwickelte Gestaltungselemente in der Praxis erprobt und evaluiert. Die Datenerhebungen erfolgen hauptsächlich im Zusammenhang mit dem BMFTR-Projekt FreiburgRESIST. Ziel ist ein empirisch fundiertes Verständnis davon, unter welchen Bedingungen Nachbereitung über punktuelle Fehlerkorrektur hinausgeht und zur Professionalisierung der Veranstaltungssicherheit beiträgt.

Kontakt: felix.maertin[at]uni-wuppertal.de

Vertrauen stellt eine zentrale Voraussetzung für die Legitimitätswahrnehmung staatlicher Institutionen sowie für die Bereitschaft der Bevölkerung zur Kooperation mit diesen dar. Während das öffentliche Vertrauen in Sicherheits- und Ordnungsbehörden – insbesondere in die Polizei – bereits umfassend empirisch untersucht wurde, ist die behördliche Perspektive auf dieses Vertrauensverhältnis bislang nur unzureichend erschlossen. Unklar bleibt insbesondere, wie Angehörige von Polizei und kommunalem Ordnungsdienst das ihnen entgegengebrachte Vertrauen wahrnehmen und konzeptualisieren, welche Bedeutungen sie diesem zuschreiben, wie diese Wahrnehmungen die berufliche Praxis beeinflussen und in inwieweit diese Einschätzungen mit den subjektiven Vertrauenseinschätzungen der Bevölkerung korrespondieren oder divergieren.

Das Promotionsvorhaben adressiert diese Forschungslücke am Beispiel des Düsseldorfer Stadtteils Oberbilk, welcher durch eine hohe Bevölkerungsdichte, ethnisch-kulturelle Diversität, komplexe Problemlagen sowie eine historisch gewachsene Zuschreibung als „Problemquartier“ geprägt ist. Auf Grundlage eines Mixed-Methods-Designs werden leitfadengestützte Expert:inneninterviews, Workshopdokumentationen, teilnehmende Beobachtungen sowie eine schriftlich-postalische Bevölkerungsbefragung trianguliert. Analytisch fokussiert sich das Vorhaben auf die behördlichen Wahrnehmungen des öffentlichen Vertrauens (Meta-Perceptions) und deren Genauigkeit  im Abgleich mit den Einschätzungen der Stadtteilbevölkerung (Meta-Accuracy). Ergänzende Gruppendiskussionen dienen der Identifikation potenzieller Ursachen für Kongruenzen oder Divergenzen dieser Wahrnehmungen.

Das Dissertationsvorhaben leistet damit einen Beitrag zur Schließung einer zentralen Forschungslücke, indem es die bislang marginalisierte Perspektive der Vertrauensempfangenden systematisch erschließt. Zugleich eröffnet es empirisch fundierte Implikationen für die Analyse und Weiterentwicklung behördlicher Kommunikations- und Handlungspraxen im lokalen Kontext.

Kontakt: oppers[at]uni-wuppertal.de

Im Rahmen des Promotionsvorhabens untersuche ich den Einfluss der Organisations- bzw. Verwaltungskultur auf das kommunale Krisenmanagement. Aufbauend auf theoretischen Ansätzen aus der Sozial- und Verwaltungswissenschaft soll herausgearbeitet werden, welche kulturellen Faktoren das kommunale Krisenmanagement stärken oder hemmen können. Teile der Datenerhebung erfolgen im Rahmen des Projekt KRISENFIT (www.krisenfit-projekt.de). Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines analytischen Modells, das organisationskulturelle Einflüsse systematisch erfasst und interpretierbar macht. Auf dieser Grundlage sollen praxisorientierte Handlungsempfehlungen für Kommunen abgeleitet werden, die sowohl zur Förderung organisationaler Resilienz als auch zu Weiterentwicklung einer lern- und innovationsorientierten Verwaltungskultur beitragen.

Kontakt: a.schmitt[at]uni-wuppertal.de

 

Großveranstaltungen sind ein bedeutender Teil der Freizeitgestaltung moderner Gesellschaften. Sie stehen für Freiheit, Freude und Vergnügen. Doch die räumliche Verdichtung vieler Menschen birgt besondere Risiken: Alltägliche und veranstaltungsspezifische Gefahren, aber auch die abstrakte terroristische Bedrohungslage machen Großveranstaltungen besonders schützenswert.

An der Sicherheitsproduktion auf Großveranstaltungen wirken Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben genauso mit wie privatwirtschaftliche Akteure. Auch der Besucher, obgleich auch Adressat der Sicherheitsproduktion, ist im weiteren Sinne ein Akteur dieses Netzwerkes.

Idealtypischer Weise bilden die verschiedenartigen Akteure in Anlehnung an die Hochzuverlässigkeitstheorie ein Hochzuverlässigkeitsnetzwerk, um Veranstaltungssicherheit herzustellen und aufrechtzuerhalten. Dies ist nicht trivial: Hier treffen äußerst verschiedene Organisationen aufeinander – mit unterschiedlichen Strukturen, Vorgehensweisen, Ausbildungshintergründen, rechtlichen Rahmenbedingungen, Erfahrungen, Wissens- und Wertesystemen etc. Unterschiedliche Kompetenzen und Zuständigkeiten, Unklarheiten über die Rollenverteilung, sowie eine unterschiedlich ausgeprägte Bereitschaft, mit anderen Akteuren zu kommunizieren und Wissen auszutauschen, werden dabei teilweise zu Hindernissen der interorganisationalen Zusammenarbeit.

Die Dissertation untersucht Bedingungen erfolgreicher Zusammenarbeit auf Basis empirischer Daten.

Verwaltungsstäbe stellen eine besondere Organisationsform innerhalb der öffentlichen Verwaltung dar. Sie kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn außergewöhnliche Ereignisse, wie Krisen oder Katastrophen, einen erhöhten Koordinations- und Entscheidungsbedarf zwischen verschiedenen Verwaltungsressorts erfordern. Jüngste Ereignisse, etwa die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, verdeutlichen nachdrücklich, wie essenziell solche Strukturen sind, um die Handlungsfähigkeit von Staat und Verwaltung in derartigen Situationen sicherzustellen.

Das Vorbereiten und Treffen von Entscheidungen bildet dabei einen zentralen Kernprozess innerhalb dieser Stäbe. Gerade in Krisen und Katastrophen ergeben sich hierbei vielfältige Herausforderungen. Die Bedingungen sind durch Informationsdefizite, hohen Zeitdruck und Unsicherheit geprägt. Zugleich ist die Verwaltung als organisationale Einbettung häufig durch lange, fragmentierte Zuständigkeiten strukturiert. Auch aus entscheidungstheoretischer Perspektive ergeben sich Spannungsfelder zwischen deskriptiven Ansätzen, die das tatsächliche Entscheidungsverhalten beschreiben, und normativen Theorien, die eine rationale Idealvorstellung von Entscheidungsprozessen entwerfen.

Ausgehend von diesem Hintergrund untersucht das Promotionsvorhaben aus einer multiperspektivischen Betrachtung, welche Faktoren Entscheidungsprozesse in Verwaltungsstäben beeinflussen. Ziel ist es, systematisch Einflussgrößen zu identifizieren und dadurch eine wissenschaftliche Grundlage für die zukünftige Optimierung und Unterstützung von Entscheidungsprozessen in Verwaltungsstäben zu schaffen, mit dem übergeordneten Ziel, die Leistungs- und Handlungsfähigkeit staatlicher Verwaltungen in Krisen und Katastrophen zu stärken.

Kontakt: wielgosch[at]uni-wuppertal.de

Abgeschlossene Dissertationen

In den vergangenen Jahren wurden die folgenden Dissertationen erfolgreich abgeschlossen (in chronologischer Reihenfolge):

Dr.-Ing. Moritz Schneider (2026) Spatial Inference Methods for Decision Support in Disaster Risk Management
Dr. Yannic Schulte (2025) Erfolgsfaktoren grenzüberschreitender Zusammenarbeit in der Gefahrenabwehr: Eine empirische Betrachtung
Dr. Benjamin Coomann (2025) Sicherheitsdynamiken im Aufwertungsquartier: Eine dichte Beschreibung des Düsseldorfer Bahnhofsviertels
Dr.-Ing. Francesca Müller (2025) Informative Funktion der digitalen Kommunikation im psychosozialen Krisenmanagement: Erkenntnisse und Grundlagen für ein psychosoziales Lagebild des digitalen Raumes
Dr.-Ing. Ramian Fathi (2023) Virtual Operations Support Teams in disaster management. Social Media analytics and the impact on decision-making
Dr. Bo Tackenberg (2022) Community Resilience und ethnische Diversität. Lokales Sozialkapital und nachbarschaftliche Unterstützungsbereitschaft im Städtevergleich
Dr.-Ing. Katerina Tzavella (2021) Emergency response resilience to floods operationalised with applied geoinformatics
Dr. Maike Vollmer (2021) Implementing innovations in disaster management to increase resilience – laws, policies, and organizational determinants
Dr. Dominic Gißler (2019) Erfolg der Stabsarbeit: Arbeit, Leistung und Erfolg von Stäben der Gefahrenabwehr und des Krisenmanagements im Gesamtkontext von Einsätzen
Dr. Jan Starcke (2019) Nachbarschaft und Kriminalitätsfurcht. Eine empirische Untersuchung zum Collective-Efficacy-Ansatz im Städtevergleich
Dr.-Ing. Florian Brauner (2017) Securing public transportation systems. An integrated decision analysis framework for the prevention of terrorist attacks as example
Dr.-Ing. Stephan Grandt (2015) Entwicklung eines Referenzvorgehensmodells zur multikriteriellen Bewertung innovativer Sicherheitstechniken
Dr. Dominic Kudlacek (2015) Akzeptanz von Videoüberwachung. Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung technischer Sicherheitsmaßnahmen
Dr.-Ing. Benedikt Birkhäuser (2014) Organisationale Entscheidungseffizienz in komplexen Entscheidungssituationen. Eine Untersuchung am Beispiel der Gefahrenabwehr